Newsletter Nr. 22
November 2011
www.career-vision.eu

Herzlich willkommen!

Im 22. Newsletter wird das Thema des vorangegangenen Newsletter weitergeführt. Dort ging es um Verhandlungstechniken. Diesmal werden wir uns mit Fragestrategien beschäftigen.

Da es sich in der Karriereplanung bei dem Thema Verhandlung meist um das heikle Thema Gehalt dreht, werden in einem weiteren Artikel mögliche Gehaltsoptionen gelistet. Sie erhalten neben der klassischen Gehaltserhöhung Informationen zu weiteren Möglichkeiten sein Gehalt aufzubessern. Denn in einer Verhandlung ist es immer sinnvoll mit mehreren Optionen ins Gespräch zu gehen.
Informationen zu Jobmessen runden den Newsletter ab.

Ihre Angela Resch

Druckversion PDF

Wer fragt, gewinnt.
von Angela Resch

Um erfolgreich Verhandeln zu können, muss ich mehr über mein Gegenüber erfahren. Das erreiche ich durch Fragen. Ob in der Verkaufsverhandlung, im Vorstellungsgespräch oder in der Gehaltsverhandlung. Mit den richtigen Fragen komme ich leichter ans Ziel. In diesem Artikel erhalten Sie grundlegende Tipps für Ihre nächste Verhandlungssituation.

Fragestrategien für eine erfolgreiche Verhandlung

1. Aktives Zuhören
Fragen sind nur dann erfolgreich, wenn ich im Gegenzug auch aktiv zuhöre. Aktives Zuhören unterscheidet sich deutlich vom Hinhören. Beim Hinhören hören wir mit den Ohren, doch beim aktiven Zuhören benutzen wir unsere gesamten Sinne. Somit ist aktives Zuhören eigentlich keine Technik, sondern eine Grundeinstellung, bei der wir unsere Sinne auf Wahrnehmen einstellen.
Beim aktives Zuhören höre ich nicht nur was mein Gegenüber sagt (Sachinformation), sondern lese mit meinen Augen und meinem Gespür das „Wie“ zu erkunden. Ich lese zwischen den Zeilen und versuche anhand von Gestik, Mimik, Sprechweise, Klang und Aussprache die emotionale Verfassung und die Gefühle meines Gegenüber zu erkunden, um mit diesen Informationen besser auf ihn eingehen zu können. Ich kann meine weiteren Fragen dann nicht nur basierend auf der Sachinformation, sondern auch mit dem Wissen der emotionalen Verfassung und Gefühle stellen. Beim aktiven Zuhören analysiere ich also anhand von Gestik, Mimik, Sprechweise, Klang und Aussprache.

Was erreiche ich damit? Gehe ich auf die Gefühlslage meines Gegenüber ein, fühlt er sich Verstanden und das trägt wesentlich zum Erfolg meiner Verhandlung bei.

Die drei Pfeiler des aktiven Zuhörens:
  • Sein Gegenüber immer ausreden lassen.
  • Analysieren, warum mir diese Information gegeben wird.
  • Erst im Anschluss die eigene Aussage
    formulieren.
Weitere Bausteine, die je nach Situation weiterhelfen:
  • Verständnisfragen formulieren, wenn etwas nicht klar ist. (Habe ich Sie richtig verstanden, dass...? Meinten Sie, dass...?)
  • Bei emotional aufgestauten Situationen auf die Gefühlslage des Gegenüber
    eingehen und Verständnis zeigen. (Das kann ich gut verstehen. Sie ärgern sich.)
  • Körperhaltung, Gestik und Mimik spiegeln.
Die sechs Fehler beim aktiven Zuhören, bei denen ich nicht auf die Bedürfnisse meines
Verhandlungspartners eingehe:

1. Über sich selbst reden.
2. Sich nur für die Sache interessieren.
3. Kritik üben
4. Lösungen liefern
5. Herunterspielen
6. Interpretieren

Ein Kommunikationsmodell im Beispiel
Das Nachrichtenquadrat (siehe Grafik) von Schulz von Thun ist ein anschauliches Modell, um die Vielfalt der Kommunikation und der daraus entstehenden Kommunikationsfallen zu erkennen. Im nachfolgenden Kommunikationsquadrat hat eine Nachricht vier Seiten. Nur eine davon beinhaltet die Sachinformation. Die anderen drei Seiten sagen etwas über die Beziehung des Redners zum Zuhörer aus, über den persönlichen Appell, den er mit der Nachricht verbindet sowie etwas über ihn selbst.

Schulz von Thun setzt nun diesem Nachrichtenquadrat vier Ohren des Empfängers (siehe Grafik) gegenüber, die mit genau den gleichen Funktionen ausgestattet sind. Verlässt eine Nachricht mit allen vier Seiten des Nachrichtenquadrats den Redner, hat dieser keinen Einfluss mehr darauf, mit welchen Ohren seine Nachricht nun vom Empfänger aufgenommen wird. Durch diese Vielfalt wird klar, warum es oft zu Verständnisschwierigkeiten kommt, die im schlimmsten Fall zu einem Streit bzw. bei der Verhandlung zum Abbruch dieser führen. Doch soweit soll es nicht kommen. Deshalb versuchen wir durch aktives Zuhören das Nachrichtenquadrat zu entschlüsseln, um dann unserer Fragen und Antworten so zu formulieren, dass die entsprechenden Ohren diese wohlwollend aufnehmen.

Ein viel zitiertes Beispiel aus dem Buch „Miteinander reden 1“ von Schulz von Thun soll das Modell anschaulich werden lassen. Ein Paar sitz in einem Auto. Sie fährt auf eine Kreuzung zu. Der Mann als Beifahrer sagt „Du, da vorne ist grün.“ Die Nachricht im Quadrat gibt die Sachinformation: Die Ampel ist grün. Der Appell der dahinter steht könnte lauten: Fahr schneller und die Selbstoffenbarung: Ich bin aufmerksam und bei der Sache. Auf der Beziehungsseite könnte ein Rat an die Frau stehen. Die Frau könnte nun ihr Beziehungsohr aufstellen und patzig antworten: Fährst du oder fahr ich! Die schlechte Stimmung ist vorprogrammiert.

Würde sie aktiv Zuhören, könnte Sie zunächst hinterfragen, warum sie schneller fahren soll: „Warum möchtest du, das ich schneller fahre? oder bereits an seiner Tonlage eine Unruhe erkennen und nachhaken: „Hast du es eilig?“

Wer fragt, der führt
In dem vorangegangenen Beispiel wurden am Ende zwei Fragetechniken angewendet. Die offene Frage, um mehr Informationen zu bekommen und die Kontrollfrage, die stets mit ja oder nein beantwortet wird. Im Folgenden werden sieben Fragetechniken gelistet, die in Gesprächen und Verhandlungen angewendet werden können.

1. Offene Fragen (W-Fragen)
Wer, wie, wo, wann, wozu, warum - Sie gehören zu den wichtigsten Fragen. Ziel: Mit diesen Fragen erhalte ich Informationen, kann Interesse an der Meinung des Gesprächspartners signalisieren, nachhaken, den Gesprächspartner zum Nachdenken bewegen, versuchen, ihn aus der Reserve zu locken und in schwierigen Situationen Zeit gewinnen. Diese Fragen können nicht mit ja oder nein beantwortet werden. Achtung: Nicht zu viele offene Fragen hintereinander stellen, sonst fühlt sich der Gesprächspartner wie in einem Verhör. Tipp: Einverständnis des Gesprächspartners einholen, wenn mehrere Fragen hintereinander geplant sind. Offene Fragen geben dem Gesprächspartner die Möglichkeit seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Sie signalisieren ihm, dass er ernst genommen wird und das Interesse an seiner Meinung besteht. Für den Fragenden eröffnen sie einen Quell von Informationen über den Gesprächspartner, die er durch aktives Zuhören für die weitere Verhandlungsstrategie nutzen kann.

2. Kontrollfragen:
Ziel: Werde ich verstanden. Hört der Gesprächspartner mir noch zu. Wo steht mein Gesprächspartner gerade. Sie geben dem Fragenden Sicherheit für das weitere Vorgehen. Achtung: Positiv formulieren Beispiel: Habe ich mich verständlich augedrückt. habe ich schon auf ... hingewiesen? Entspricht das Ihren Wünschen? Diese Fragen werden in der Regel mit ja oder nein beantwortet. Bei einem „ja“ kann ich fortfahren. Bei einem „nein“ sollte ich mit offenen Fragen der Begebenheit auf den Grund gehen.

3. Alternativfragen:
Ziel: Entscheidungen sollen herbeigeführt werden. Alternativfragen grenzen den Entscheidungsprozess sinnvoll ein und beschleunigen die Verhandlung. Grundvoraussetzung sind zwei alternative Vorschläge, die beide Vorteile und Nutzen für den Verhandlungspartner aufweisen. Beispiel: Wann treffen wir wir uns? Passt es am Montag um 9 Uhr oder Dienstag am Nachmittag?

4. Geschlossene Fragen:
Bei geschlossenen Fragen erhalte ich immer ein ja oder nein als Antwort. Nützlich sind sie, um Vielredner zu stoppen oder einem mundfaulen Gesprächspartner Informationen zu entlocken. Sie eignen sich also, um konkrete Informationen zu erhalten oder ein Problem logisch zu erörtern.

5. Informationsfragen:
Mit Informationsfragen kann ich als Fragender bewusst Informationen geben und Interesse dafür wecken, ohne zu belehren. Ziel: bewusste Steuerung von Informationen. Beispiel: Haben Sie zufällig gehört, dass ...? Ist Ihnen bereits bekannt, dass ...? Haben Sie auch gelesen, dass...?

6. Reflektierende Fragen:
Die vom Verhandlungspartner geäußerten Gedanken in Frageform wiederholen und Äußerung dem Verhandlungspartner durch das Spiegeln bewusst machen. Ziel: Die reflektierende Frage verfolgt zwei Ziele. Durch die reflektierende Frage wird dem Verhandlungspartner zum einen die eigene Meinung vor Augen geführt und er kann nochmals darüber nachdenken. Wenn er zum Beispie eine unzutreffende Behauptung aufgestellt hat, kann er diese mit der reflektierenden Frage ohne Gesichtsverlust korrigieren. Widerspreche ich direkt, kann es passieren, dass er die Behauptung nur aufrecht erhält, um das Gesicht zu wahren. Zum anderen kann ich die reflektierende Frage einsetzen, um sicherzustellen, ob ich meinen Verhandlungspartner richtig verstanden habe. Missverständnisse können so vermieden werden. Beispiel: Mit anderen Worten ausgedrückt, meinen Sie, dass ...? Sie sind der Meinung, dass ...? Wenn ich Sie richtig verstanden habe, meinen Sie, dass ...?

7. Richtungsweisende Fragen:
Mit einer richtungsweisenden Frage können die Punkte hervorgehoben werden, die eine gemeinsame Basis ermöglichen. Es wird erreicht, dass der Verhandlungspartner selbst nachdenkt, um eigene Nutzen und Vorteile zu erkennen. Sie greifen dabei in die Zukunft. Ziel: Mit richtungsweisenden Fragen möchte Sie Gemeinsamkeiten und Vorteile hervorheben. Beispiel: Stellen sich sich vor, Sie könnten ...?

8. Abschlussfragen oder Fiebermessfragen (nur für die Verkaufsverhandlung):
Mit der Abschlussfrage warte ich nicht bis zum Ende. sehen Sie den Verkaufsprozess als Fußballspiel. Dieses wird nicht am Ende gewonnen, sondern durch die, während des Spiels geschossenen Tore. Somit sollte ich im Gespräch immer wieder klären, wie weit mein Verhandlungspartner bereit für einen Abschluss ist. Jedes „ja“ kann hierbei als Tor gewertet werden. Bei jedem „nein“ weiß ich, dass es noch weiterer Informationen und Fragen benötigt. Beispiel: Was muss ich Ihnen bieten, damit Sie abschließen? Was würden Ihre Kunden sagen, wenn Sie als erstes dieses ... einsetzen?









Grundgehalt und mehr
von Angela Resch

Worüber sprechen wir in der Gehaltsverhandlung?
In Gehaltsverhandlungen wird grundsätzlich über ein brutto Jahresgehalt verhandelt. In einem brutto Jahresgehalt sind alle Vergütungen des Grundgehaltes sowie garantierte Sonderzahlungen wie zum Beispiel ein fest eingeplantes 13. Monatsgehalt enthalten.

Daneben gibt es noch weitere Alternativen das Grundgehalt zu erweitern. Meistens sind diese Zahlungen an den Gewinn oder Umsatz des Unternehmens gekoppelt bzw. leistungsbezogen. Geldwerte Vorteile, bei denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Vorteile durch Steuerersparnisse erzielen können, werden auch gerne als Gehaltsaufbesserung genutzt. Welche Alternativen und Möglichkeiten für einen selbst in Betracht gezogen werden können, hängt stark von den eigenen Motiven ab, nach denen das Gehalt bemessen wird. Welche Alternativen bestehen, um das Grundgehalt zu optimieren bzw. aufzubessern:

Prämie:
Als Prämie wird eine einmalige Zahlung für eine definierte Mehrleistung bezeichnet. Wichtig ist dabei eine exakte Definition z.B. auch Stufenziele vereinbaren und eine objektive Messbarkeit.

Bonus:
Der Bonus ist eine Zahlung, die an Umsatz oder Gewinn gekoppelt ist und nicht an die persönliche Leistung. In Krisenzeiten empfiehlt sich deshalb die Prämie.

Gratifikation:
Als Gratifikation wird Weihnachtsgeld und z.B. Geld für Verbesserungsvorschläge bezeichnet.

Provision:
Eine Provision ist eine leistungsorientierte Umsatzbeteiligung, die meist im Vertrieb zum Einsatz kommt. Es gibt hier oft gestaffelte Provisionen, um zu mehr Leistung zu motivieren.

Geldwerte Vorteile:
Hier verbünden sich quasi Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegen das Finanzamt. So können Anfahrtszuschüsse, Direktversicherung (nur 20 % Steuern und keine Sozialabgaben bei Beträgen bis ca. 1.700 Euro möglich), Weiterbildung und sehr beliebt der Geschäftswagen (bis ca. 5.000 Euro Ersparnis) für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber Vorteile bedeuten.


Inhalt

Im Brennpunkt:
Wer fragt, gewinnt

Tipps zur Gehaltsverhandlung:
Grundgehalt und mehr

In eigener Sache:
Vortragstermine zum Herbst 2011 jetzt unter
http://www.career-vision.eu/termine.htm



Karriereberatung auf Jobmessen mit Angela Resch


Nutzen Sie die Gelegenheit zur Karriereberatung und Bewerbungscheck mit Angela Resch.
  • 02. November 2011:
    meet@ostfalia, Campus Wolfsburg
    Infos zur Messe: www.iqb.de
  • 17. November 2011:
    meet@hamburg
    Infos zur Messe: www.iqb.de
  • 30. November 2011:
    VDI nachrichten Recruiting Tag,
    Hamburg, Infos zur Messe:
    www.ingenieurkarriere.de
  • 15. Dezember 2011:
    meet@lu, Luxemburg
    Infos zur Messe: www.iqb.de
Die Beratung auf der Messe ist gratis.
Gerne können Sie einen Termin vorab vereinbaren: angela.resch@career-vision.eu





Check the CVE careercoach and find out with
the CV-Check for free.

Just click at
http://www.career-vision.eu/english_career-check.htmThis service is offered in English and German language.

Testen Sie die CVE Karriereberatung mit dem
gratis Lebenslaufcheck:

http://www.career-vision.eu/karriere-check.htm
Wir checken Lebensläufe in deutscher, englischer und französischer Sprache.




Verantwortlich im Sinne des Teledatengesetzes ist Angela Resch